Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft

Am Sonntag, dem 23. Juni wurde hinter der Wohnanlage Freisinger Str. 38 die Terrasse eingeweiht, auf der sich künftig ein Teil des Gemeinschaftslebens der Flüchtlinge abspielen soll. Die Pflastersteine waren ein Geschenk von Bauherren, die ihre Einfahrten neu gestalten wollten und daher die gebrauchten Steine weggegeben hatten. Der Weichser Bauhof hatte den Platz planiert, die Werkzeuge stellte ein Helferkreismitglied, den Transport der Steine und den Zuschnitt mit der Flex besorgten kostenlos zwei hilfsbereite Weichser. Split für das Unterfutter kam gratis vom Bauhof und vom Helferkreis aus Spendenmitteln. Das eigentliche fachmännische Verlegen der Steine besorgte ein Asylbewerber aus Nigeria. Zwei einfache Grills, ebenfalls vom Helferkreis gespendet, kamen zum ersten Mal zum Einsatz. 

Am letzten Sonntag war es dann so weit: Drei Frauen des Helferkreises hatten allerhand leckere Speisen zubereitet, auch einige Bewohner hatten gekocht; wer etwas vom Grill wollte, brachte sein eigenes Fleisch mit. Die Getränke hatten die Flüchtlinge zusammen mit einem Helferkreismitglied eingekauft. In fröhlicher Runde saßen die zuständige Mitarbeiterin der Caritas, die Helferkreismitglieder und die Flüchtlinge aus sechs afrikanischen Ländern, aus Syrien und aus Afghanistan beisammen. Unter den Afrikanern waren jetzt zum ersten Mal auch drei Familien mit kleinen Kindern dabei. Auch der syrische Vater war mit seinen beiden Buben gekommen, die schon in Weichs zur Schule gehen.

Dass die Flüchtlinge auch Sorgen und Wünsche haben, kam gegen Ende des Abends in einer Ansprache zum Ausdruck, die einer von ihnen hielt. So wurde zum Beispiel die zur Zeit ganz unerträgliche Aufheizung der Metallcontainer bemängelt; es fühle sich an, als sei man im Backofen, die Temperaturen erreichten oft bis zu 50°; des Weiteren die schlechte Verkehrs- und WLAN-Anbindung,

Auch gibt es Probleme mit der Abfalltrennung: Eine erneute Schulung wird gewünscht, weil die Bewohner gerade bei diesem wichtigen Thema keine Fehler machen wollen und immer wieder neue Geflüchtete in die Unterkunft eingewiesen werden. Dazu tauchte auch wieder der alte Wunsch nach einem Radunterstand auf, den man im Sommer als sonnengeschützte Sitzfläche im Freien und im Winter als Wetterschutz für die Fahrräder verwenden könnte.

Bewohner, Caritas und Helferkreis waren sich insbesondere einig darüber, dass es eine unzumutbare und unwürdige Situation für die 3 Familien mit Kleinstkindern ist, in engen Zimmern in einem überhitzten Metallcontainer untergebracht zu sein, der ursprünglich erwachsenen Männern vorbehalten war und für die Aufnahme von Familien vollkommen ungeeignet ist. Auf Wünsche nach Verbesserung der Situation wurde von Behördenseite bisher nicht eingegangen. Nicht alle Probleme werden sich lösen lassen. Trotzdem: Es war ein Grillabend, der dem besseren gegenseitigen Verständnis diente und als ein weiterer Schritt in Richtung Integration angesehen werden kann.